Table Talk mit Christof Tiefenbrunner – Weintradition aus Südtirol

Shownotes

In dieser Folge von Table Talk begrüßt Gastgeber und Sommelier Michael den Südtiroler Winzer Christof Tiefenbrunner. Gemeinsam sprechen sie über die lange Geschichte des Familienweinguts, das Christof heute in fünfter Generation führt, über Tradition, Wandel und die besondere Bedeutung des Weinbaus in Südtirol.

Mitgebracht hat Christof zwei charaktervolle Weine: einen Chardonnay aus der Turmhof-Selektion und einen Lagrein Riserva. Dabei geht es um Herkunft und Ausbau, den Einsatz von Barriquefässern und darum, warum Holz für Christof bis heute eines der wichtigsten Elemente bei der Reifung eines Weins ist.

Außerdem werfen die beiden einen Blick in die Zukunft: Welche Auswirkungen hat der Klimawandel auf den Weinbau? Welche Chancen bieten die hoch gelegenen Weinberge Südtirols? Und welche Rolle spielen neue Rebsorten, alkoholfreier Wein und die nächste Generation im Familienbetrieb?

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Transkript anzeigen

00:00:01: Table Talk.

00:00:08: Wir bringen

00:00:09: alle an einen Tisch!

00:00:10: Hallo und herzlich willkommen beim Table Talk hier in der Wendküche von Vonara, mein Name ist Michael, ich bin Sommelier und der Gastgeber hier in die Wendköche.

00:00:17: Und ich habe einen tollen Gast heute aus der Ferne nämlich aus Südtirol Christoph Tiefenbrunner.

00:00:22: Hallo schön dass ihr da sind.

00:00:24: Ja freut mich meinerseits das ich hier sein kann und gleichzeitig vielleicht auch meine Weine vorstellen.

00:00:29: Es ist ja gut traditionell dass jeder Gast eine Kleinigkeit mitbringt und was könnte es anders von Tiefenbrunner.

00:00:35: Da habe ich mitgebracht in einen weißenden Chardonnay Turmhof, Selektion Turmhoff ist der Name von unserem Schloss und bezieht sich auf Weine die höhere Qualität haben wie Niederabriege haben und aus bestimmten Weinbergen kommen.

00:00:52: Und von den roten habe ich den Lagrein mitgebracht im Lagreindreserver.

00:00:56: das ist von der Selektion Dinti Klaus Top Rotwein, der praktisch die Rebsorte Lagrangis ist.

00:01:04: Er ist eine Doktone-Rebsorte aus Südgirol und zählt zu den ältesten Sorten.

00:01:09: Die wird schon genau das Jahr, weiß ich nicht, bei umdreizendhundert und hachtensechzig erwähnt.

00:01:15: Deshalb hat sie lange Traditionen.

00:01:18: Reserver

00:01:18: sagt ja in aller Regel irgendwo in der Weinwelt immer was über die Lagerung.

00:01:22: Meistens sind Holzfässern, manchmal Brickfässer aus.

00:01:25: dieses hier

00:01:27: In Ziturn heißt Reserver, natürlich hat auch eine Bedeutung.

00:01:30: Das heisst der Wein muss zwei Jahre nach der Ernte gelagert sein und es ist egal wie.

00:01:36: Es kann im Holz sein, es kann in der Flasche sein, das kann im Staltank sein.

00:01:40: Das wird nicht vorgeschrieben aber darf nicht vor zwei Jahren auf dem Markt

00:01:44: kommen.

00:01:45: Das ist die Wurst.

00:01:45: Wird mit Barikfässern gearbeitet?

00:01:47: Genau!

00:01:48: Seit vierunddachzig habe ich begonnen mit Baric.

00:01:50: mittlerweile haben wir Vierhundert Fässer im Teller auch brauchen.

00:01:55: Jedes Jahr werden neue gekauft und jedes Jahr werden alte rausgegeben, aber wir behalten im Unterschied flach zufrieden die Fässer mindestens fünf bis sechs Jahre.

00:02:03: Für vierhundert Fässers braucht man ein bisschen Platz.

00:02:06: deswegen vielleicht die Frage zurück zur Geschichte wo kommt's weingut her?

00:02:09: wie hat es angefangen?

00:02:11: wird sich entwickelt?

00:02:11: Und wie ist das dazu gekommen dass der Keller so groß ist dass da vierhundert fässern rein

00:02:15: ist?

00:02:16: ja die Entwicklung geht weit zurück.

00:02:18: Wir reden davon acht hunderte abends und sechzehnhundertfünfundsiebzig ist eigentlich in die Familie gekommen, aber nicht in direkter Linie.

00:02:25: Das heißt mit meinem Ur-Urgroßvater wäre ich jetzt die fünfte Generation.

00:02:31: Der Zug kauft begann mit und meine Vorfahren dann eben nicht nur das eigene sondern auch Weine von benachbarten Bauern dazu gekauft haben.

00:02:41: weil die Strukturen ja so klein sind haben die jemanden gebraucht ihnen die Produktion abnimmt und der Wein wurde nach Innsbruck transportiert.

00:02:49: Und so ist das Ganze langsam ins Wachsen gekommen und deshalb musste aber auch im Schloss, im Keller, dann auch der Stall.

00:03:01: Also dort wurde es vier untergebracht worden, musste weichen, wurde zum Weinkeller umfünft.

00:03:05: Damit man die Produktion Platz

00:03:07: hat.

00:03:08: Und so als Schlossherr, wie bestreitet man da den Tag?

00:03:10: Was sind sonst die Aufgaben eines nicht nur Winzers oder Weingutbesitzers sondern auch Schlosshärren?

00:03:16: Ja Mann!

00:03:17: Die Zeit hat man nicht, dass man eben in Weinberg selbst steht.

00:03:21: Aber natürlich ist einfach immer sehr viel los und man muss eigentlich über alles Bescheid wissen und deshalb überall Hand anlegen können.

00:03:31: Wir haben auch noch etwas Einzigartiges.

00:03:33: wir sind zum Teil auch immer noch ein Inselbetrieb in unserer Stromversorgung.

00:03:37: Mein Urgroßvater hat im Jahr Jahrzehnte das erste Kraftwerk gebaut und es wurden zwei Dörfer mit Energie versorgt Und ab zweiundfünfzig reichte dann natürlich die Wassermenge nicht mehr aus und so blieb es für die eigene Produktion.

00:03:51: Wo geht

00:03:52: denn die Reise hin?

00:03:52: Sowohl im Weingut, vielleicht auch in Südtirol selbst.

00:03:55: Ich denke da zum Beispiel an Trends wie wir hier bei uns im Rheingau sehen oder auf der anderen Seite in Rheinhessen ein bisschen stärker.

00:04:02: Da haben wir ganz viele Piwi-Rebsorten.

00:04:04: Alkoholfreie Wein ist natürlich ein Thema geworden.

00:04:06: Wo wird sich denn da Südtirol das Weingut Tiefentwohner in den nächsten Jahren vielleicht hin entwickeln wollen.

00:04:13: Vielleicht auch ein bisschen?

00:04:14: Ich glaube, Sytto hat einen fast alleinmerkmal.

00:04:16: der große Vorteil ist dass die Weinberge über tausend Meter rauf fragen.

00:04:20: Das heißt wir kompensieren ein bisschen die Jahrgänge und die Klimaerwärmung mit der Höhewiedung wo dann die Reise hingeht.

00:04:28: schwierig zu sagen es gibt verschiedene Trends.

00:04:30: es gibt eben neuen Bibisorten die aber natürlich geschmacklich in eine ganz andere Richtung gehen.

00:04:36: Es für mich kann ich sagen Ich bin jetzt auch schon nicht mehr der Jüngste, ich bin seit pfeil und achtzig in Betrieb eingestiegen.

00:04:43: Meine Kinder sind ja auch schon jetzt im Betrieb.

00:04:46: Die werden wahrscheinlich die nächsten Sandi vielleicht wieder große Verwendungen machen.

00:04:51: aber ich sehe für uns einfach das Medium Holz das Wichtigste für den Wein weil das Holz ist wunderbar es atmet.

00:04:58: Es gibt dem Wein der nötigen Sauerstoff und lässt ihn in dieser Zeit reifen.

00:05:04: Ein schönes Schlusswort, da habe ich gar nichts mehr zu ergänzen.

00:05:07: Dann kann ich ja wunderbar jetzt damit abschließen den Appetit!

00:05:10: Den holt man sich bei Fornara

00:05:12: und getrunken wir zur Hause.

00:05:13: Herzlichen Dank für das interessante Gespräch und dem Besuch

00:05:15: bei uns.

00:05:16: Gerne.

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